photo booth oder Fotobox bauen – Eine Anleitung in 5 Schritten

Fotobox photo booth Aufbau

1. Schritt – Planung

Nachfolgend zeige ich Euch, wie ich meine Fotobox (photo booth) gebaut habe. In den letzten Jahren habe ich sie immer wieder weiterentwickelt. Ganz am Anfang stand eine Konstruktion aus Umzugskartons, in der sich ein Stativ und die Kamera befanden. Die Umzugskisten habe ich dann mit schwarzer Möbelklebefolie umwickelt. Oben darüber lag noch eine Lichterkette. Sah heiß aus, war leicht zu tragen, aber so richtig professionell wirkte das nicht. Vor zwei Jahren hatte ich anlässlich meiner eigenen Hochzeit ein neues robustes Modell entwickelt. Als Korpus diente ein IKEA Kallax mit 4 Regalebenen. Dieses gute Stück hat sich nun 2 Jahre lang bewährt. Jedoch war der Transport immer ziemlich aufwändig. Weil es so schwer und unhandlich war, musste ich bei jedem Einsatz eine Sackkarre bemühe, um es von A nach B bewegen zu können. Daher baute ich im August dieses Jahres das Gerät noch einmal um und verkleinerte es. Die Fotobox sollte Folgendes können:

  • Person drückt auf einen Auslöser
  • der Auslöser löst per Funk die Kamera aus
  • die Kamera löst einen Blitz aus und nimmt dabei ein Bild auf
  • anschließend erscheint das Bild auf einem Monitor
  • Die Box soll stabil stehen, damit sie nicht umgerannt bzw. umgeworfen werden kann

Diesmal entschied ich mich für die IKEA Kallax-Variante mit nur zwei Regalfächern. Damit wollte ich erreichen, dass ich das Gerät einfacher transportieren kann und auch flexibler aufstellen kann (z. B. auf einem Tisch). Nachfolgend zeige ich Euch, welche Zutaten ich für die Fotobox benötigte und wie ich diese Box zusammengebaut habe.

2. Schritt – Materialkauf

Und hier ist die Einkaufsliste

  • IKEA Kallax mit zwei Fächern
  • 2 x IKEA Kallax-Einsatz mit Tür
  • kleiner PC (alternativ Netbook oder Tablet) – ich hatte mich damals für diesen Slim-Desktop-Rechner entschieden. Er sollte Windows drauf haben und über USB-Anschlüsse verfügen.
  • kleine Maus, idealerweise mit einem ein- und ausziehbaren Kabel (sie soll so wenig Platz wie möglich benötigen – wie z. B. diese hier)
  • Kamera (in meinem Fall: Canon EOS 1000D)
  • Software (in meinem Fall: EOS Utility)
  • Joby GP1-B1EU Original Gorillapod
  • Aufsteckblitz + Softbox
  • 2 x Funkauslöser-Set
  • flacher Bilderschirm, der an den o. g. PC angeschlossen wird. Ich hatte einen Monitor mit VGA-Anschluss gesucht und diesen gebraucht für 20 EUR bei Amazon gefunden
  • Holz für das Monitorgehäuse
  • diverse kleine Metallplatten und Scharniere für das Monitorgehäuse
  • Plexiglas für das Monitorgehäuse
  • Dreiersteckdosen + Verlängerungskabel

Folgendes Werkzeug ist nötig:

  • Bohrmaschine
  • Lochkreisbohrer
  • Akkuschreiber

 

3. Schritt – Der Aufbau

Zunächst bohrte ich mit dem Lochkreisbohrer ein Loch in das Brett zwischen den beiden Regalebenen. In der unteren Ebene soll der PC stehen, in der oeberen Ebene die Kamera. Durch dieses Loch verlaufen dann die Kabel. Ein zweites Kreisloch bohrte ich in die Rückseite des ersten Türeinsatzs. Hier sollt später das Objektiv hindurchragen. Ein weiteres Kreisloch muss in die Rückseite des zweiten Türeinsatzes gebohrt werden. Durch dieses Loch verlaufen später die Kabel zum Bildschirm. Bei dem Durchbruch zwischen den beiden Regalebenen hatte ich etwas Schwierigkeiten mit meiner viel zu großen Bohrmaschine und mit dem aufgesteckten Lochkreisbohrer. Daher sieht das etwas unsauber aus, aber das sieht man später ja nicht mehr.

Als nächstes bastelte ich mir ein Gehäuse für den Monitor. Dieses Gehäuse besteht aus 3 einfach zu einem U zusammengeschraubten Holzplatten. Auf das U befestigte ich mit dem Scharnier ein weiteres Brett, das man nun auf und zu klappen kann. Mit ganz dünnen Holzleisten baute ich eine Schiene bzw. eine Führung für das Plexiglas. Das Plexiglas bestellte ich mir zuvor im Internet bei einer Plexiglas-Werkstatt (Tippt einfach “Plexiglas zuschneiden lassen” in der Suchmaschien Eures Vertrauens ein, dann findet Ihr zahlreiche Anbieter für Maßanfertigungen). Also das Gehäuse fertig war, lackierte ich es mit rotem Holzlack. Nach ausreichender Trocknungszeit befestigte ich das Gehäuse mit Hilfe von diversen Metallplatten und -winkeln vor der unteren Regalebene des Kallax. Von der Rückseite setzte ich nun die zwei Regaleinsätze inklusive Türen ein. Somit kann man die Fotobox von hinter immer schön sauber schließen.

4. Schritt – Test im Rohformat

Nun musste das Gerät mit Leben gefüllt werden. Zunächst baute ich eine EOS 1000D auf dem Gorillapod auf der oberen Ebene auf, so dass das Objektiv durch das gefräste Loch hindurchschaut. Der PC wanderte in die untere Etage. Der Flachbildschirm wandert in das Plexiglas-Holz-Gehäuse.  Nun verlegte ich sämtliche Strom- und Datenkabel. Netzteil vom PC, USB-Kabel von der Kamera zum Rechner.Funkempfänger an der Kamera, Funkauslöser (für den Blitz) auf der Kamera, Maus und Tastatur an den Rechner. Zusätzlich baute ich einen Aufsteckblitz mit Softbox auf einem Stativ auf. An diesen Blitz kam auch noch ein Funkempfänger ran.

Alles war verkabelt, jetzt sollte mal richtig Leben in diese kleine Kiste kommen. Als Software nutze ich das Canon-eigene EOS Utility. Auf dem PC läuft Windows 7. Diese Softwarekombination hat sich jetzt 2 Jahre lang bewährt. Ich hatte bisher noch keinen einzigen Software-Absturz und auch noch keine anderen komischen Software-Dramen erlebt. Für die beiden Funkauslöser bzw. -empfänger muss man 2 verschiedene Kanäle wählen. Sonst wird der Blitz bereits vom Benutzer direkt ausgelöst. Das Szenario geht nun wie folgt: Person A posiert vor der Fotobox und drückt den Funkauslöser. Funkauslöser 1 sendet ein Signal an Funkempfänger 1. Dieser gibt der Kamera das Signal, dass sie ein Bild machen soll. In dem Moment, wo sie ausgelöst wird, sendet Funksender 2 (der auf der Kamera) ein Signal an Funkempfänger 2 (der am Aufsteckblitz). Die Kamera macht ein Bild, der Blitz wird ausgelöst. Das fertige Bild erscheint ca. 1 bis 3 Sekunden später auf dem Monitor.

5. Schritt – Feinarbeit

Damit wir auch richtig gute Bilder mit der Fotobox produzierne können, war noch etwas Feinarbeit nötig. Hierzu muss man den Abstand zwischen Motiv und Objektiv etwas variieren sowie den Fokus manuell einstellen. Des Weiteren muss man an der Blitzleistung sowie an den Belichtungseinstellungen der Kamera etwas herumspielen. Und fertig ist die funktionierende, Platz sparende, ziemlich robuste Fotobox. Unter https://www.dennis-hayungs.de/photo-booth-fotobox-bremen/ seht Ihr das Ganze noch “in schön”.

Fotobox photobooth

Und jetzt seid Ihr dran: Hat Euch etwas in der Beschreibung/Anleitung gefehlt? Würdet Ihr Eure Fotobox auch mit einem Kallax bauen? Oder habt Ihr einen ganz anderen Weg gewählt? Ich freue mich über Eure Anregungen und Kommentare.

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7 Kommentare

  1. Jens Matthies

    Hallo Dennis,

    ich bin gerade auch dabei eine Fotobox zu bauen.
    Im Moment habe ich das Problem, dass sich meine Canon 1000D nicht über USB verbinden lässt.
    Hab das Micro USB-Kabel an der Kamera eingesteckt und das USB Ende an meinem PC. Dann schalte ich die Kamera ein, aber leider findet der PC die Kamera nicht.
    Vielleicht hast du eine Idee an was es liegen kann.

    Vielen Dank
    Lieben Gruß Jens

    • Hi Jens,

      aus der Ferne ist es etwas schwierig, aber ich werfe mal einfach ein paar Ideen in den Raum (für den Fall, dass Du sie nicht sowieso schon ausprobiert hast):

      • Ist die Kamera nach dem Anschließen eingeschaltet? (Ja, mag eine blöde Frage sein, aber oftmals sind es ja die ganz banalen Dinge, an denen das Problem auszumachen ist 🙂 )
      • ist das Kabel intakt? Klappt es vielleicht mit einem anderen Kabel?
      • Funktioniert es eventuell an einem anderen PC/Laptop? (Nur um mal zu schauen, ob der Anschluss überhaupt geht)
      • Hast Du eventuell parallel noch andere USB-Geräte an Deinem Rechner angeschlossen? Eventuell kann es auch hier mal zu “Kollisionen” kommen. Zieh diese Geräte (wenn möglich einfach mal ab und versuchs dann noch einmal
      • Vermutlich nicht die Lösung, aber einen Versuch ist es wert: das aktuellste EOS Utility
      • Vielleicht helfen die Punkte ein wenig weiter. Ansonsten kannst Du es ja mal mit einer WiFi-Karte versuchen. Wobei ich persönlich diese Option eher als Notlösung empfinde. Bei 1000D hatte ich das mal vor langer, langer Zeit getestet und ich empfand es als zu umständlich und als zu unzuverlässig.

        Liebe Grüße
        Dennis

  2. Jens Matthies

    Hallo Dennis,
    Danke für die schnelle Antwort.
    Ich habe den Fehler gefunden 🙂
    Ehrlich gesagt hab ich nicht gewusst, dass man eine spezielles USB auf Micro USB-Kabel braucht.
    Hab gedacht die sind alle gleich…
    Jetzt erkennt die Software (dslrBooth) die Kamera und es lassen sich auch Aufnahmen machen.
    Wenn mein Box mal fertig ist soll sie auf einer Hochzeit zum Einsatz kommen. Die ist zum Glück erst am 23.06.2018 bis dahin sollte ich es schaffen 😉
    Du hast geschrieben das du EOS Utility benutzt als Software, aber dann muss bestimmt immer jemand neben dem Gerät stehen, oder??
    Wollte es eigentlich so haben das die Gäste nichts verstellen oder ändern können am Tablet. Nur leider ist solch eine Software sehr teuer.
    Vielen Dank schon mal
    LG Jens

    • Hi Jens,
      also EOS Utility liegt ja der EOS 1000D bei. Ich würd es damit einfach mal probieren. Ich habe es so eingestellt, dass nach jeder Auslösung das Bild direkt auf dem Bildschirm angezeigt wird (EOS Remote / Fernsteuerung heißt der Menüpunkt im Programm). Direkt vor der Box liegt immer eine Mini-Anleitung. Bisher hat es immer super funktioniert. Ab und zu schaue ich dann vorbei, ob alles ok ist. Aber ich habe in den letzten Jahren noch keinen einzigen Ausfall gehabt. Ausnahme: ich musste mal Akkus beim Blitz nachlegen 🙂

      LG
      Dennis

  3. Jens Matthies

    Hi Dennis,
    okay dann probiere ich es damit mal aus bevor ich zu was kostenpflichtigen greifen muss 😉
    LG Jens

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